Gut zu wissen, bevor Du in BC Bären-Land betrittst.

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Wildtierbeobachtungen können Veränderungen in uns auslösen (es gibt kaum etwas Vergleichbares wie die Gefühlswelle, die Dich erfasst, wenn Du den ersten Grizzly in freier Wildbahn siehst!) und uns inmitten der weiten, unberührten Natur auch ein Lehrstück in puncto Toleranz und Respekt sein. British Columbias Artenvielfalt ist landesweit mit am größten – und hier findet sich auch die höchste Konzentration an Schwarz- und Grizzlybären in Nordamerika. Wo es derart viele wilde Bewohner gibt, ist es wichtig, dass wir uns sicher und nachhaltig durch die Landschaft bewegen.

Nachfolgend findest Du einige bewährte Ratschläge, wie Du am besten Bären in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kannst.

Great Bear Rainforest | Pete Ryan

1. Wende Dich an die Experten vor Ort

Wenn Du Bären sehen möchtest, gehe gemeinsam mit einem lizenzierten Bärenführer auf Tour oder erkundige Dich bei Mitarbeitern der Parks nach entsprechenden Beobachtungsgebieten – sie wissen es am besten. (Große Raubtiere brauchen unberührte Rückzugs- und nährstoffreiche Lebensräume, um zu gedeihen; viele Besucher sind sich nicht darüber im Klaren, dass es in bestimmten Bereichen der Parks illegal ist, einfach anzuhalten, um Tiere zu beobachten.) Spezielle Plattformen wie Hochstände, Skilifte oder private Touren bieten unterschiedliche Möglichkeiten, Bären in ihrem natürlichen Umfeld zu sehen.

 

2. Informiere Dich über die Tiere

Wusstest Du, dass 80% des Speiseplans eines Bären aus pflanzlicher Nahrung besteht? Während viele Besucher zur Zeit der Lachswanderung die Flussufer mit den Augen nach Bären absuchen, ist es hingegen noch wenig bekannt, dass Bären sehr viel Zeit, ja ganze Tage und Nächte damit verbringen, Pflanzen wie Löwenzahn oder Beeren zu fressen. Je mehr Du über die Tiere weißt, umso intensiver wird das Erlebnis einer Beobachtung, und dies wird Dir helfen, Dich angemessen zu verhalten, wenn Du ihnen begegnest.

Khutzeymateen Grizzly Bear Sanctuary | Andrew Strain

3. Sei wachsam und aufmerksam

Wenn Du wandern gehst oder einen Campingplatz in der Wildnis ansteuerst, achte auf Anzeichen, die vermuten lassen, dass Bären in der Nähe sind: Das kann frischer Kot sein, umgedrehte Baumstämme, Kratz- und Fußspuren. Bären sind dort Zuhause, wo viele Beeren wachsen und es Wasserläufe mit laichenden Lachsen gibt – hier solltest Du ganz besonders vorsichtig sein. Bären, insbesondere Grizzlys, werden ihre Nahrungsquellen verteidigen. Wenn Du auf Aas stößt (z.B. ein verrottendes Tier, das ein Bär fressen würde), verlasse das Gebiet unverzüglich.

 

4. Bären mögen keine Überraschungen

Es mag Deinem Ziel entgegenlaufen, aber still und leise durch die Gegend zu laufen, um so auf einen Bären zu stoßen, ist überhaupt keine gute Idee. Also unterhalte Dich laut oder singe, vor allen Dingen in der abgeschiedenen Wildnis, denn damit machst Du die Bären auf Deine Gegenwart aufmerksam. Deine Stimme ist kostenfrei und effektiver als Glöckchen oder andere Geräusche produzierende Geräte. Wenn möglich, mach Dich niemals alleine auf den Weg; Gruppen ab zwei Personen aufwärts bieten Sicherheit; Kinder sollten immer nahe bei den Erwachsenen bleiben.

Farewell Harbour Lodge | Ted Hesser

5. Bärenspray griffbereit haben

Wenn Du in BC wandern gehst, ist es ratsam Bärenspray mitzunehmen. Auch wenn Bären wirklich nur sehr selten angreifen, kann Bärenspray – so wie ein Sicherheitsgurt – Dein Leben retten. Du solltest es immer in einem Gurt tragen (niemals im Rucksack!) und in weniger als zwei Sekunden einsatzbereit haben. Lese mehr darüber, wie effektiv Bärenspray ist und wie Du es sicher einsetzt und mit Dir führst. Denke daran, dass Du Bärenspray erst bei Deiner Ankunft in BC kaufen kannst, da es von Fluggesellschaften nicht befördert wird.

 

6. Ruhe bewahren, wenn es zur Begegnung kommt

Einem Bären in der Wildnis zu begegnen kann tatsächlich extrem berauschend sein. Dennoch musst Du bei aller Aufregung ruhig und gefasst bleiben – Du darfst niemals rennen oder schreien, da dies den Jagdinstinkt des Bären auslösen oder zum Angriff führen kann. Bleib stehen, bewahre einen kühlen Kopf und gehe ganz langsam rückwärts. Sprich mit ruhiger Stimme und drehe dem Tier nicht den Rücken zu. Halte Dein Bärenspray griffbereit, aber verwende es ausschließlich im Falle eines Angriffs. Der Großteil der Begegnungen mit Bären endet damit, dass der Bär sich zurückzieht. Gehe niemals auf einen Bären zu oder verfolge ihn.

Pemberton | @victoraerden

7. Bären niemals füttern oder anlocken

Wild lebende Tiere zu füttern, ob mit Absicht oder indem Nahrung nicht bärensicher verstaut wird, lehrt sie Menschen mit Fressen gleichzusetzen, und das kann ernste Folgen haben: Es kann zu einem gefährlichen Verhalten der Tiere führen, das wiederum die Behörden dazu zwingt, sie zu töten. Es bringt also Dich und andere in Gefahr. Informiere Dich über Vorsichtsmaßnahmen beim Zelten, zu denen u.a. gehört, dass man seinen Zeltplatz sauber und geruchsfrei hält. Und denke daran: Verstaue niemals Essen in Deinem Zelt oder lass Kühlboxen im Freien stehen (auch wenn sie leer sind); verstaue Lebensmittel im Auto, oder wenn Du in der Wildnis bist, nutze bärensichere Container oder hänge das Essen weit von Deinem Zelt entfernt in einen Baum.

 

8. Vorausschauendes Fahren

Zusammenstöße mit Wildtieren zählen zu den häufigsten Unfallursachen auf British Columbias Straßen, bei denen Menschen verletzt werden und Tiere ums Leben kommen. Wenn Du Wildtiere entlang der Straße entdeckst, fahre langsamer. Wo die Geschwindigkeitsbegrenzung über 60 km/h liegt, halte auf keinen Fall an; Denn falls das Tier durch Deine Gegenwart aufgeschreckt wird, könnte es die Straßenseite wechseln und in den Gegenverkehr geraten. Auf Straßen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung unter 60 km/h darfst Du auf dem Seitenstreifen oder neben der Straße halten, wenn die anderen Verkehrsteilnehmer nicht beeinträchtigt werden. Bleibe im Wagen sitzen. Wenn das Tier aufgrund Deiner Anwesenheit unruhig zu werden scheint, ist es angebracht weiterzufahren.

Vaseux Protected Area

9. Halte Sicherheitsabstand

Wenn wir auf Beobachtungstour sind und wilde Tiere entdecken, ist es sehr verlockend, näher gehen zu wollen, um besser sehen oder das perfekte Foto machen zu können. Zum Beobachten von Wildtieren gehört jedoch auch, dass wir den Lebensraum des Tieres respektieren und sein natürliches Verhalten darin nicht beeinflussen. Also achten wir auf ausreichend Abstand. Dies gilt auch für die Tierfotografie: Benutze ein Teleobjektiv und bleibe auf dem Hochstand oder im Auto. Grundsätzlich sollten wir immer daran denken, unser Instagram-Ziel nicht über das Wohl des Tieres zu stellen – und über unsere eigene Sicherheit.

 

10. Teile Deine Achtung vor Wildtieren

Kinder sollten beim Wandern und Zelten in BC immer beaufsichtigt werden. Aber es gibt keinen Grund dafür, dass sie Angst haben. Wenn Kinder gemeinsam mit ihren Eltern die Naturwunder entdecken und wissen, wie man sich im Falle einer Begegnung mit wilden Tieren verhält, können sie eine achtsame und vertrauensvolle Beziehung zur Natur entwickeln.

 

Straßen, Wege und Zeltplätze bringen uns näher in die großartige Wildnis mit ihrer Tierwelt. Daher ist es wichtig, dass wir dafür sorgen, negativ verlaufende Begegnungen und deren Auswirkungen auf diese unglaublichen Kreaturen so gut es geht zu vermeiden. Tierliebe bedeutet, dass wir die Bedürfnisse jedes einzelnen Tieres über die unseren stellen, so dass es fressen, seinen Nachwuchs versorgen und sich sicher in seinem natürlichen Lebensraum bewegen kann. Gemeinsam mit unserer persönlichen Sicherheit ist sein Wohlergehen von größter Wichtigkeit, wenn wir unsere Natur schützen wollen.

Weitere Informationen über Wildtiere, Sicherheit und Zelten in BC findest Du unter wildsafebc.com.

Titelbild: Tweedsmuir Provincial Park. Foto: Taylor Burk

 

Feature image: Tweedsmuir Provincial Park. Photo: Taylor Burk

BC tour guide, Kathy Jenkins, describes the day she saw a unique white bear cub.
GEPOSTED VON: WildSafeBC

WildSafeBC is the provincial leader in preventing conflict with wildlife through collaboration, education and community solutions. It has evolved out of the highly successful Bear Aware program and is owned and delivered by the British Columbia Conservation Foundation.