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Erlebe die Lachswanderung auf Vancouver Island

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Jedes Jahr, wenn der Herbst seine Boten schickt und das Wetter langsam kühler wird, sind mein Mann und ich darauf versessen, endlich wieder ins Auto zu steigen und raus in die Natur zu fahren. Schließlich wollen wir uns an den immer weniger werdenden, halbwegs warmen Tagen mit Sonnenschein erfreuen. Zu unseren Lieblingszielen zu dieser Jahreszeit gehören jene öffentlich zugänglichen Orte, an denen sich der ewige Kreislauf der laichenden Lachse beobachten und bestaunen lässt. Auf diese Weise rufen wir uns die Wunder der Natur ins Bewusstsein zurück. Und jedes Mal fällt uns wieder auf, wie diese Naturereignisse dieselbe Wirkung auf die Dutzenden anderen Menschen entfalten, denen wir auf diesen Ausflügen begegnen. 

A salmon jumping upstream.

40 Millionen Pazifiklachse und andere Fische bahnen sich jeden Herbst mühevoll ihren Weg den Stamp River hinauf.

Wir haben einige Lieblingsstellen, die leicht erreichbar sind. Unser letzter Ausflug führte uns in den Stamp River Provincial Park, der etwas abgelegen am Ende des umwerfend schönen Alberni Valley liegt. Der Park zählt zu jenen versteckten Schätzen, die von Reisenden häufig übersehen werden, und zwar nicht weil sie so schwer zugänglich sind, sondern weil sie einige Meilen abseits der Stadt liegen. Diesen Ort hatte ich zuletzt vor über 40 Jahren besucht, und ich fand ihn nun, bis auf einige kleine Veränderungen, die ihn noch erlebniswerter machen, genauso unberührt und zauberhaft vor wie eh und je.

A black bear ambles along a salmon river.

Dass man während der Lachswanderung am Stamp River auch Schwarzbären zu Gesicht bekommt, ist nicht unüblich. Foto: Michael Goldman

Als einer der bedeutendsten Laichgründe zieht der Stamp River jedes Jahr 40 Millionen Lachse, Neunaugen und andere Fische an. Die Lachswanderung beginnt in der Regel im August und setzt sich bis in den Dezember fort. Der Lebenskampf der Fische bei der Überwindung der 9 Meter hohen Wasserfälle wird dann zwangsläufig zur Attraktion für Groß und Klein: Während die Erwachsenen alles daran setzen um das Geschehen mit ihren Kameras einzufangen, bringen die Jüngeren mit “Oooh”- und “Aaah”-Ausrufen ihre Faszination über das sich vor ihren Augen abspielende, wagemutige Unterfangen der Fische auf ihrer Wanderung zum Ausdruck. In den 1950-er Jahren wurde hier eine Reihe von Fischtreppen gebaut, die von vielen Fischen benutzt wird. Unterwasserkameras vor Ort projizieren die Bilder auf einen am Trail aufgebauten Bildschirm, auf dem Besucher verfolgen können, wie sich die Lachse ihren Weg über die Fischtreppen bahnen.  

A group of people perched on a bluff, observing a salmon as the run upstream.

Groß und Klein versammelt sich am Felsufer oberhalb der Stamp Falls um die Lachswanderung zu bestaunen.

People walk along a wooded trail in the forest.

Ein Ausflug zu den Laichgründen der Lachse ist ein großartiges Erlebnis für die ganze Familie.

Zu den weiteren Highlights des 327 Hektar großen Parks zählt die Vielfalt an anderen Wildtierarten. Bei unserem letzten Besuch freuten wir uns einen Schwarzbären zu sehen, der entlang des Flussufers trottete (zum Glück in sicherer Entfernung), um schließlich direkt unterhalb von uns auf den Felsen zu balancieren – in der Hoffnung auf frischen Fisch zu Mittag. Am Ende fand er wohl doch, dass er sich in einer prekären Position befand, so wie er dort über einem mit ruhigem Wasser gefüllten Pool auf der Lauer saß. Er tapste also zurück in den Wald. Dieses Erlebnis rief mir allerdings ein altes Kinderlied in Erinnerung, das besagt, “Gehst Du heute in den Wald hinunter, so wirst Du sicher eine Überraschung erleben.” Mr. Bruin sorgte in der Tat für eine große, ja die reizendste Überraschung überhaupt. 

A riverside bench at the Little Qualicum River invites visitors to sit a while and appreciate nature.

Eine Bank am Fluss am Little Qualicum River lädt Besucher dazu ein, für ein Weilchen Platz zu nehmen und die Natur wertzuschätzen.

Zusätzlich zu den vielen tollen Informationstafeln an den Stamp Falls erwartet Besucher hier außerdem ein kleines, sehr gut erhaltenes, zwei Kilometer langes Wegenetz. Dieses führt zu den ruhigen Wasserpools unterhalb der Wasserfälle, wo sich die Lachse vor ihrem beschwerlichen Weg flussaufwärts versammeln. 

A great blue heron perched in a pine tree.

Ein Kanadareiher wartet geduldig auf sein Mittagessen am Little Qualicum River.

Wenn wir dem “Ruf der Wildnis” folgen, zieht es uns häufig an die Laichgründe an den Kanälen des Little Qualicum, die sich direkt außerhalb der Stadt Qualicum Beach befinden. Diese gehören zu unseren weiteren Favoriten. Die von Menschenhand gebauten Kanäle und kleine Fischtreppenanlage sind Teil eines Plans zur Wiedereinführung der Regenbogenforelle und der Wiederherstellung eines Wassereinzugsgebietes. Das heißt, es gibt hier einiges zu sehen und zu erleben. Die Trails schlängeln sich in alle Richtungen – entlang des Flussufers, über Metallbrücken, die sich über die Wasserwege spannen, sowie durch hübsche Wälder und Wiesenland. Die Wege sind gut gepflegt und breit, und daher sowohl zu Fuß als auch per Fahrrad leicht zu erkunden. Besucher können ihre Autos auf dem großen, gepflasterten Parkplatz zurücklassen, um sich auf einen spannenden, stundenlangen Streifzug aufzumachen, auf dem sie neben Fischen auch Kanadareiher, die geduldig auf ihre Mahlzeit warten, gelegentlich Schwarzbären und manchmal, ganz vereinzelt, einen Berglöwen bestaunen können.

An interpretive sign explaining salmon spawning.

Informationstafeln entlang des Stamp River bereichern das Erlebnis für Besucher

Natürlich gibt es viele andere Orte auf Vancouver Island, an denen man über diesen urzeitlichen, perennierenden Ritus der Wildnisbewohner staunen kann. Unabhängig davon, wann wir beschließen, diesem Schauspiel beizuwohnen, unsere Erinnerungen an Sonne, frische Luft, an die Tierwelt und die Kräfte der Natur tragen uns durch jene Zeit, in der sich der Herbst bereits seit Langem wieder verabschiedet hat.