Camping in British Columbia: Ein Handbuch für Anfänger

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Wenn Camping etwas Neues für Dich ist, mag der Satz zutreffen “Aller Anfang ist schwer”. Denn nun gilt es herauszufinden, was ins Gepäck gehört, wie Du Dich am besten vorbereitest, und das Schwierigste überhaupt: Wohin die Reise gehen soll. In British Columbia schätzen wir uns glücklich, mehr als 1.000 Provincial Parks und Erholungsgebiete, sieben Nationalparks sowie hunderte von privaten Campingplätzen und Caravanparks zu haben. Diese Tatsache allein kann etwas überwältigend sein, aber Campen gehört zu den “kanadischsten” Erlebnissen, die Du haben kannst. Dieser Art der Freizeitgestaltung ist sogar eine Kanadische Campingwoche gewidmet. Falls Du noch nie campen warst oder gerade erst damit begonnen hast, Dich mit der Thematik auseinanderzusetzen, was Camping so mit sich bringt, findest Du hier einige hilfreiche Tipps.

Was Du zum Campen benötigst

A woman prepares dinner at a campsite on the water with views of the mountains.

Packe alle nötigen Dinge ein (bei Bedarf auch einen Buggy) und unternimm einen Trip zum Kinaskan Lake Provincial Park. Foto: @wildnorthphotos

Um Dich für das Leben draußen in der Natur vorzubereiten, sei es auch nur für ein paar Tage, solltest Du dafür zunächst die wichtigsten Dinge besorgen. Vieles davon kannst Du in den Outdoor-Geschäften vor Ort, wie Mountain Equipment Co-operative (MEC), Escape Route, Valhalla Pure Outfitters, und Mt. Waddington’s Outdoors kaufen. Alternativ kannst Du die nötige Ausstattung auch ausleihen oder mieten, zum Beispiel bei Anbietern in Vancouver wie ShareShed, Rent-a-Tent Canada, und Rent Outdoors oder auch in einigen der zuvor genannten Shops.

Ausstattung, die Du kaufen, ausleihen oder mieten solltest:

  • Zelt
  • Schlafsack
  • Schlafmatte
  • Gaskocher und Gaskartusche

Was Du mitbringen oder ausleihen solltest (gelegentlich auch zur Miete verfügbar)

  • Plane und Seil (zum Schutz vor Regen oder Sonne)
  • Campingstuhl
  • Taschenlampe, Stirnlampe oder Tischfackel
  • Kühlbox
  • Kochutensilien: Besteck, Scharfes Messer, Schüsseln und/oder Teller, Topf und Pfanne (diese kannst Du auch in einem Gebrauchtwarenladen besorgen), Wasserbehälter, einen Bottich für den Abwasch (oder Du benutzt Deinen Topf), und biologisch abbaubare Waschseife
  • Kleidung: Warme Schichten, Regenkleidung, Badeanzug, Handtuch, Sonnenhut, Wanderschuhe und Schlappen/Flip-Flops
  • Erste-Hilfe-Set

Sonstiges:

  • Brennholz (wird in der Regel an den Campingplätzen direkt verkauft oder in nahegelegenen Tankstellen)
  • Axt oder Beil zum Holzhacken
  • Eine Möglichkeit, um Essen, Müll und Ausrüstung sicher zu verstauen: In BC befindest Du Dich immer im Land der Bären, weshalb Du Dich hier über die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen beim Campen informieren solltest.
  • Feuerzeug oder Streichhölzer

Hier findest Du eine detaillierte Camping-Checkliste von Parks Canada, wo Du auch nachlesen kannst, was Du dabei haben solltest, wenn Du mit Haustieren campen gehst.

Eine Campingreise richtig vorbereiten

A woman relaxed in a hammock on a beach surrounded by mountains.

Wenn Du Dich richtig vorbereitest, kannst Du auf Deinem nächsten Campingtrip mehr hiervon genießen: Pure Entspannung im Kitsumkalum Provincial Park. Foto: Grant Harder

Mit ein bisschen Recherche und der richtigen Vorbereitung kannst Du sicherstellen, dass Du Dich Deine Campingtour genießen wirst. Gemeinsam mit dem Outdoor-Ausstatter MEC bietet Parks Canada ein Programm unter dem Motto “Lerne richtig Campen”. Die Teilnehmer erfahren hier mehr über die Themen Sicherheit, Kochen beim Campen, und wie sie ein Zelt aufbauen oder ein Feuer machen. Die Veranstaltungen werden im Juni an der Fort Langley National Historic Site sowie im Juli am Fort Rodd Hill und an der Fisgard Lighthouse National Historic Site abgehalten. Für die, die es nicht schaffen, persönlich an den Programmen teilzunehmen, hat Parks Canada ein ausführliches Handbuch online zur Verfügung gestellt. Zu den weiteren hilfreichen Informationsquellen zählen Go Camping BC, Go RVing, Camping & RV in BC, Adventure Smart, The Get Bear Smart Society, der BC Parks Blog, und der MEC Blog. Informiere Dich über Campingerlebnisse in BC, Sicherheitsvorkehrungen, hole Dir Inspiration für Deine Planung und lese unbedingt den Abschnitt “Know Before You Go” (“Gut zu wissen, bevor Du aufbrichst”) auf der Seite von BC Parks.

Campingreiseziele, und wie Du einen Campingplatz reservierst

A truck is parked in a campsite with a reserved sign on it.

Ein reservierter Campingplatz im Nairn Falls Provincial Park. Foto: Jessica Quinn

Das richtige Campingziel auszusuchen ist der halbe Spaß, und in BC haben wir jede Menge davon zur Auswahl. BC Parks und Parks Canada bieten Anlagen, die von den Parkbetreibern instandgehalten werden. Die Recreation Sites sind etwas rustikaler, und die privat betriebenen Campingplätze reichen je nach Anbieter von einfach bis hin zu “Boutique”. Unabhängig davon, wohin es Dich zieht, solltest Du Deinen Campingplatz rechtzeitig reservieren, da die beliebten Spots bereits Monate im Voraus ausgebucht sein können.

Der BC Parks Reservierungsservice wird über die Seite Discover Camping bereitgestellt, wo Du “Frountcountry”-Plätze, die mit dem Auto zugänglich sind, und Gruppenplätze reservieren kannst. Die Nutzungsgebühren betragen zwischen $13 und $120 (für Gruppenplätze) pro Nacht. Die über Parks Canada Reservations verfügbaren Plätze in den sieben Nationalparks von BC – Gwaii Haanas, Pacific Rim, Gulf Islands, Kootenay, Glacier, Mount Revelstoke, und Yoho – sind schnell ausgebucht, aber für diese spektakulären Reiseziele lohnt es durchaus, etwas im Voraus zu planen. Wenn Du Deinen Campingtrip unter der Woche unternimmst, ist es leichter einen Platz an den besonders beliebten Orten zu finden. Parks Canada und BC Parks bieten ebenfalls Hütten, Jurte und andere Unterkünfte für jene, die mit etwas weniger Vorbereitungsaufwand in der Natur übernachten möchten. Viele der Campingplätze befinden sich an einzigartigen Schauplätzen wie Fort Langley National Historic Site und Fort Rodd Hill and Fisgard Lighthouse National Historic Sites.

The interior of an oTENTik tent with bunk beds and light touches of wood.

An der Fort Langley National Historic Site kannst Du in einem, von Goldgräberzeiten inspirierten oTENTik Zelt übernachten. Foto: Parks Canada/Curtis Hildebrand

Für die, die es lieber spontan halten, steht eine Anzahl an Campingplätzen in den Provincial und National Parks auf einer “First-come, First-Served”-Basis (“Wer zuerst kommt, …”) zur Verfügung; aber hier empfiehlt es sich, einen Plan B zu haben. Die Recreation Sites in British Columbia befinden sich in entlegeneren Gegenden, sind mit dem Notwendigsten ausgestattet und funktionieren alle nach dem “First-Come, First-Served”-Prinzip. Manche sind gratis, andere kosten bis zu $15 pro Nacht.

Eine weitere Möglichkeit bieten die privat betriebenen Campingplätze und Wohnmobilparks, die häufig mit zusätzlichen Annehmlichkeiten bestechen, wie Schwimmbecken, gemeinschaftlichen Bereichen zum Kochen, familienfreundlichen Aktivitäten, Spielplätzen und andere Arten von Anlagen. Auf der Camping & RV in BC Karte kannst Du Dir einen Überblick über das Angebot verschaffen. Die Gebühren für private Campingplätze variieren je nach Ort und Ausstattung.

Den Camping-Fachjargon richtig verstehen

A beige camper van with a white awning and a Canadian flag.

So sieht Campen mit dem Campervan aus. Foto: @travelling_mom

frontcountry camping (a.k.a. Camping mit Wagen): Camping in einem Park oder Erholungsgebiet in der Nähe einer Straße oder eines Highways. Diese Campingplätze sind in der Regel mit dem Wagen zugänglich und verfügen über Einrichtungen und Freizeitangebote.

RV and camper van camping: Camping mit einem Wohnmobil oder Camper Van auf einer “Frontcountry”-Anlage..

group camping: In Provincial- oder National Parks gelegene Plätze, die fürs gemeinsame Campen in größeren Gruppen bereitstehen.

walk-in/cycle-in camping: Ausgewiesene Campingplätze, an denen keine Autos erlaubt sind (einige der “Frontcountry”-Anlagen bieten “walk-in/cycle-in” Plätze, die nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zugänglich sind).

A man and woman pitch their tent in a small clearing in the forest.

Für das “Walk-in und cycle-in” Camping braucht es ein bisschen mehr Planung. Foto: Julian Apse

backcountry camping: Camping an einem Ort, der nicht zu “Frontcountry” zählt, und mit Wandern und Rucksacktouren in der Wildnis mit limitierter Infrastruktur und Ausstattung einhergeht.

cabin camping: Anlagen im Hinterland oder an entlegeneren Orten in der Natur mit Hüttenunterkünften. Viele sind nur über eine Wanderung oder Rucksacktour erreichbar, und einige davon können im Voraus gebucht werden.

pack in/pack out (a.k.a. Campen ohne Spuren zu hinterlassen): In Gegenden, in denen keine Müllentsorgung verfügbar ist (hauptsächlich in der Wildnis), musst Du alles, was Du mitbringst, auch wieder mitnehmen.

bear cache: Ein Vorratsbehälter, der dafür gemacht ist, Dein Essen vor Bären und anderen Tieren zu schützen: Dies könnte eine Metallbox, ein Kanister, ein Behälter aus Holz oder eine Hängevorrichtung sein. Für den Fall, dass Du nichts dergleichen vorfindest, solltest Du immer darauf vorbereitet sein etwas eigenes zu basteln.

potable water: Das an den Campingstellen verfügbare Trinkwasser, das auch für die Essenszubereitung hergenommen werden kann.

outhouse: Ein Plumpsklo, wie es häufig im Hinterland und an den Campingplätzen in der Wildnis zu finden ist.

Spork: Ein praktisches Campingbesteck – eine Kombination aus Löffel und Gabel.

S’more: Eine Leckerei aus Graham Cracker, Marshmallows und Schokolade – ein Muss beim Campen in Kanada!

Nun, da Du mit diesen Tipps und Tricks gerüstet bist, ist es an der Zeit, campen zu gehen. Vergiss nicht, dass Du da draußen in der Wildnis vor allem Spaß haben solltest; sie ist ein ziemlicher netter Ort!