British Columbias coole Küsten

Teilen  Facebook Twitter

Malerische, charaktervolle Orte am Meer zu finden, ist in BC ein Leichtes. Kein Wunder: Die westlichste Provinz Kanadas verfügt über etwa 25.000 Kilometer Pazifikküste, darunter ca. 40.000 Inseln und Inselchen, und über eine sehr entspannte Lebensart. Wir stellen heute fünf dieser Orte vor, die typisch und dennoch überraschend anders sind: Cowichan Bay: Standort für nachhaltige Genießer; Tofino: Sehnsuchtsort – nicht nur für Surfer und Strandläufer; Prince Rupert – Ausgangsort für Wildlife-Sucher; Powell River: Rückzugsort für Kreative; Steveston: Fischerort am Rande der Großstadt.

Tofino: Sehnsuchtsort – nicht nur für Surfer und Strandläufer

Einwohner: 2.000

Ist stolz darauf: Nordamerikas bester Surf-Ort zu sein, so das Magazin Outside

Ausprobieren: Das lokal gebraute Algenbier und Lengdorsch-Burger

Warum: Dem Alltag entfliehen und im Meer aktiv sein

Surfing at Tofino's Cox Bay Beach.

Surfen an Tofinos Cox Bay Beach. Foto: Jeremy Koreski/Tourism Tofino

Wenn es einen populären Küstenort gibt, von dem jedermann schwärmt, dann ist es Tofino an Vancouver Islands wilder Westküste. Es ist wirklich schwer, die Kombination aus weitläufigen Sandstränden (z.B. Long Beach), idealen Surfbedingungen, märchenhaften, von samtig-grünen Moosen und Flechten durchdrungenen Zedernwäldern, legerem Hipster-Lifestyle und kreativem Geist zu überbieten.

Dieser beliebte Ort ist nicht nur malerisch: Es gibt witzige Food Trucks und innovative Glasobjektkünstler, und vor der Haustüre lockt der unberührte und ursprüngliche Clayoquot Sound. In Tofino geht man wandern, Wale beobachten, badet in natürlichen Thermalquellen oder lernt Surfen. Im Winter reisen meist Stammgäste an die Westküste, um die spektakulären Stürme zu beobachten, die über dem Pazifik tosen.

*Wer es noch entspannter mag, wohnt weiter südlich im 40 Kilometer entfernt gelegenen Ucluelet. Die Landschaft hier ist etwas felsiger, ansonsten gelten die gleichen Attribute.

Und selbstverständlich trifft man an der gesamten Westküste auch auf das Erbe der hiesigen First Nation: Die junge Generation lässt die Traditionen ihrer Ahnen u.a. in Form von bildender Kunst oder Naturführungen weiterleben.

Steveston: Fischerort am Rande der Großstadt

Einwohner: 25.000

Ist stolz auf: Einen der längsten Lachszüge in Nordamerika

Ausprobieren: Frische Seeigel direkt am Pier genießen

Warum: Radtour entlang der Deiche und Besuch eines Fischerdorfs

Boats in Steveston Harbour Im Steveston Harbour ist Westkanadas größte Fischereiflotte zu Hause. Foto: Tourism Richmond

Das Küstenstädtchen Steveston war in den 1800er Jahren – auch aufgrund japanischer Einwanderer – der größte Fischereihafen der Region mit angeschlossener Lachsverarbeitung in der Gulf of Georgia Cannery. Auch wenn er heute offiziell zur Großstadt Richmond gehört, ist das Flair des Fischerdorfes noch deutlich spür- und sichtbar. Am Hafen mit seinen insgesamt etwa 600 Fischerbooten (die größte Fischereiflotte Kanadas) verkaufen die Fischer noch immer Garnelen, Heilbut, Krebse und Lachs direkt am Pier. Lohnenswert ein Besuch der National Historic Sites Gulf of Georgia Cannery und Britannia Shipyards: Die Originalgebäude bieten den idealen Hintergrund, um Besuchern die Fischerei-Geschichte der Region auf lebendige Weise zu erzählen.

Cowichan Bay: Standort für nachhaltige Genießer

Einwohner: 2.500

Ist stolz darauf: Nordamerikas erste “Cittaslow” zu sein

Ausprobieren: Ein „Euro“-Brot der Bäckerei True Grain

Warum: Erfahre mehr über das Thema “nachhaltig Leben” von den Pionieren der Bewegung

Whale watching in Cowichan Bay

Nimm’ Dir Zeit für eine Walbeobachtungstour während Deines Besuchs in Cowichan Bay. Foto: @gary_j27 via Instagram

Das kleine Dorf an Vancouver Islands Ostküste mit seinen schwimmenden Wohnungen und Stelzenhäusern lässt es schon seit langer Zeit ruhig angehen; ein Tribut an die Landschaft des Cowichan Valley, die gefühlt irgendwo zwischen schwedischen Schären, Allgäu und Kaiserstuhl liegt. Künstler, Handwerker und Bauernfamilien haben die historischen Gebäude dieses einstigen Handelszentrums der Hudson’s Bay Company zu neuem Leben erweckt und stellen handgemachte Käse, Weine in kleinen Chargen sowie Biobrot aus selbstgemahlenem Mehl her. Wer nicht gerade schlemmt, macht eine gemütliche Kajaktour durch die Cowichan Bay Estuary, geht Wale beobachten oder hält Ausschau nach den etwa 200 verschiedenen Vogelarten.

 

Anmerkung: 2009 wurde Cowichan Bay zur ersten Cittaslow Nordamerikas gekürt. Ziel dieser „langsamen Städte“ ist es, die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern, einheimische Spezialitäten und Produkte sowie kulturelle Vielfalt zu fördern und dabei gleichzeitig den ländlichen Lebensstil zu bewahren. Einige der besten und gefragtesten Köche, Wein- und Biobauern kommen aus Cowichan Bay, ca. eine Stunde nördlich von Victoria.

 

Prince Rupert: Ausgangsort für Wildlife-Sucher

Einwohner: 12.500

Ist stolz auf: Seinen großen, malerischen Hafen

Ausprobieren: Kaffee an der Cow Bay Marina und einen Drink in Charley’s Lounge genießen  

Warum: Wandern, Angeln und die Natur erkunden

Für die Menschen in Prince Rupert ist der Anblick von Rotwild in der Innenstadt genauso normal wie der von vorbeiziehenden Buckelwalen oder von Grizzlys, die vom Ufer aus Lachse jagen. Ein guter Ausgangspunkt also für ein Abenteuer in der Natur und für Tierbeobachtungen an British Columbias Nordwestküste, nahe der Grenze zu Alaska. Prince Rupert, das auf Kaien Island liegt, ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden und oft hinter Nebelschleiern verborgen. Letztere sind der großartigen Lage bzw. Nähe zum Skeena River und der Fjord-, Berg- und Regenwaldlandschaft „geschuldet“, was aber auch grandiose Regenbogen zur Folge hat. Die Menschen in Prince Rupert sind bodenständig und, wie an der gesamten Westküste, Besuchern gegenüber sehr offen. Wer also nicht gerade an der Cow Bay Marina ins Gespräch vertieft ist, taucht im Museum of Northern BC in die Geschichte der First Nations ein, macht einen Ausflug zum Angeln oder zu den Bären ins Schutzgebiet Khutzeymateen Grizzly Sanctuary.

 

Powell River: Rückzugsort für Kreative

Einwohner: 13.000

Ist stolz darauf: Ein einstiger Papierfabrik(stand)ort zu sein, der sich neu erfunden hat  

Ausprobieren: Einen Film im Patricia Theatre ansehen, Kanadas ältestes Lichtspielhaus (1928), das noch in Betrieb ist

Warum: Kunstwerke entdecken und ihre Erschaffer treffen

Das Sunshine Coast Music Fest in Powell River. Foto: Tristan Bellmane/Tourism Sunshine Coast

Vor mehr als einem Jahrzehnt sagten ein paar Kreative Powell River eine Zukunft als einer der nächsten „Hotspots“ voraus. Sie zogen selbst in die Kleinstadt, die einst der weltgrößte Lieferant von Zeitungspapierrollen war, und verwandelten sie in einen trendigen Küstenort mit großer Kunst- und Festivalszene. Powell River liegt am nördlichen Ende der Sunshine Coast mit ihren Wäldern, Bergen und Sandstränden – eine ruhige Gegend, in die sich gerne Rentner und andere Berufsaussteiger zurückziehen. Wer nicht gerade in den umgestalteten Fabrikgebäuden in einer Galerie, einem Geschäft oder Café unterwegs ist, paddelt mit dem Kajak zu den nahe gelegenen Inseln Savary und Cortes, wandert auf dem Sunshine Coast Trail von Hütte zu Hütte oder geht tauchen. Oder aber genießt ein Craft-Bier belgischer Art bei Townsite Brewing.

Hier findest Du mehr über BC’s Best Mountain Towns, und Top Small Towns.

Titelbild: Sonnenuntergang über dem Tall Trees Trail in Prince Rupert. Foto: Mike Seehagel