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Skifahren in BC: Eine Spur abgefahrener

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Ich fahre irgendwo in British Columbia einen Skihang hinunter, der mit frischem Schnee überzogen ist. Eigentlich verbinde ich mich mit ihm, das bringt es eher auf den Punkt. Die Piste ist steil und lang, der Pulverschnee tief und leicht — eine Kombination, die viele als den Heiligen Gral des Skifahrens und Snowboardens bezeichnen. Aber so, wie es sich mit dem anderen, berühmteren Gral verhält, kann ich Dir auch nicht genau sagen, wo Du ihn findest. Weil ich nicht einmal genau weiß, wo ich eigentlich bin.

Mein Verstand weiß natürlich, dass ich einen Ort besuche, der Vallhalla Mountain Lodge heißt und in den Selkirk Mountains von British Columbia liegt. Wir schreiben das Jahr 1997 und dies ist meine erste Skireise nach BC (und weit davon entfernt, die letzte gewesen zu sein). Um dorthin zu gelangen, flog ich von Los Angeles nach Spokane im US-Bundesstaat Washington, quetschte mich zusammen mit einigen Leistungssportlern, die ich für einen Artikel porträtiere, in einen Van und fuhr etwa vier Stunden nach Norden. Jetzt gerade sind sieben von uns, darunter ein drahtiger Bergführer mit einem Bart, der ihm fast bis zum Bauchnabel reicht, die einzigen Skifahrer in dieser 8.100 Hektar großen Weite.

The Selkirk Mountains | Bruno Long

Mein innerer Kompass, der durch meine Ski-Erfahrungen im amerikanischen Westen und anderen großen Gebirgsketten der Welt kalibriert wurde, schrumpft im Angesicht des in BC vorherrschenden Überflusses an großen Bergen und Schnee zusammen. Wo ist Norden? Das ist welche Gebirgskette? Und dieser Gipfel da drüben, gleichermaßen massiv wie majestätisch, gehört zu einer ganz anderen Gebirgskette? Ich bin voller Ehrfurcht – aber tief in mir drin, auf zellulärer Ebene, verstehe ich nicht, wo ich bin.

Das gesamte Panorama besteht aus Gipfeln und Talkesseln, Wäldern und Himmel. Keine Straßen in der Ferne, keine Stromleitungen, nur eine Rauchfahne schlängelt sich aus dem Schornstein unserer Lodge empor. Und der Schnee selbst ist das einzige Geräusch — Schnee, der fällt; Schnee, der sich teilt, um unseren Skiern Platz zu machen; Schnee, der nach oben staubt und dann mit einem Seufzer auf sich zurück fällt — hin und wieder begleitet vom Schrei eines anderen der sechs Skifahrer oder dem Flügelschlag eines vorbeiziehenden Vogels. Ist das hier so etwas wie das Ski-Narnia? Bin ich durch das Vergrößerungsglas gegangen?

Die ersten fünf, zehn oder dreißig Male, die ich in BC Ski fuhr, hatte ich dieses Gefühl von Orientierungslosigkeit gepaart mit Verwunderung. Die natürliche Landschaft hat damit viel zu tun. British Columbia is vollgepfropft mit Gebirgsketten. Von Grenze zu Grenze, von Westen nach Osten, drängeln sich die Coast Mountains, North Cascades, Monashees, Selkirks, Purcells und Rockys Schulter an Schulter, und das nicht immer in Reih und Glied, jede mit ihrem Klima und Charakter, dennoch oft nur durch schmale, mäandernde Flusstäler oder moderate Plateaus voneinander getrennt.

In diesen Falten versteckt liegen coole Skiorte, mehr als ein Dutzend Skiresorts, 21 kleinere Skigebiete, Lodges für Skitourengeher wie Vallhalla und das weltgrößte Aufgebot an Heli- und Cat-Ski-Anbietern. Es ist ein Königreich, das die gesamte Palette an Ski- und Snowboard-Erlebnissen bietet, von sonnenverwöhnten, breiten Hängen zum Cruisen hin zu Gletscherkesseln, wo fortgeschrittene Skifahrer durch weites offenes Gelände fliegen können, während die Experten mit raffinierter Technik die Steilhänge meistern.

 

Da gibt es die kaum genutzten Skiberge, die neben historischen Bergbauorten in die Höhe wachsen, wo dunkel gerösteter Kaffee so lebenswichtig ist für das tägliche Leben wie – und das durch alle Altersgruppen hinweg – Erholung in der großartigen Natur. Da sind die am Reisbrett entstandenen Familienresorts, wo Du tagelang kein Auto benötigst, und wo Ski-in/Ski-out tatsächlich bedeutet, dass Du morgens von Deiner Unterkunft zum Lift gleitest und abends wieder retour. Da gibt es weitläufige Bergwildnis, in denen erfahrene Skiführer den Ton angeben. Ja, und da sind gemäßigte Berge und gespurte Cruising-Pisten, Terrain Parks und Halfpipes, aber da sind auch Gletscher, Bergkessel und so viele Baumschneisen, die Du in einem Leben nicht abfahren kannst. Aber vor allem gibt es überall in British Columbia Schnee – immer mehr Schnee, sogar dann, wenn andere Teile der Skiwelt auf dem Trockenen sitzen.

Whistler Blackcomb | Blake Jorgenson

Neun Monate nach dieser ersten Skireise nach BC hole ich mir einen Saisonpass für Whistler Blackcomb, packe meine Skiausrüstung, mein Laptop und jede Menge Aufträge für Skigeschichten in meinen alten SUV, und fahre von Los Angeles aus nach Norden – die Skisaison steht an. In Whistler finde ich majestätische Berge mit außergewöhnlich abwechslungsreichem Terrain, eine lange Skisaison mit riesigen Schneemengen und einen kosmopolitischen Ort, der vor Leben nur so strotzt. Eine Saison reicht da nicht aus. Ich besuche es ein zweites und dann ein drittes Mal.

Downtown Fernie | Dave Heath

Zwanzig Jahre sind vergangen, seit ich meinen alten, baufälligen SUV erstmals nach Whistler gelenkt habe. Ich bin mit einem kernigen, gutherzigen Mann aus Whistler verheiratet, der mein bester Lebens(Ski)partner ist. Dieses Jahr entscheiden wir uns dafür, eine dreiwöchige Skirundreise durch BC zu machen, um Lieblingsplätze aufzusuchen und einige neue zu entdecken. Unsere Autoreise umfasst 2.650 Kilometer von unserem Zuhause bei Whistler nach Revelstoke, Kicking Horse, Fernie, RED, Whitewater, Keefer Lake Lodge, SilverStar, Apex, und wieder zurück.

Whitewater Ski Resort | Kari Medig

Die Reise führt uns an satten Talböden entlang, die von Bergen flankiert werden, die über 1.600 Meter in die Höhe ragen. Wir fahren über Pässe, wo die Schneedecken zwei Stockwerke hoch sind. Wir rollen an großen Flüssen vorbei. Wir verfallen in Schneckentempo, wenn Wildpferd- oder Dickhornschafherden die Straße queren.

Dann fahren wir Ski. An einem unserer Stopps treibt der frische Tiefschnee auseinander wie kalter Rauch, während wir durch steile Baumschneisen schießen. An anderer Stelle machen wir es Bergziegen gleich und folgen schroffen Kammlinien, schlittern dann durch enge Felsrinnen, um auf die darunter liegenden unberührten Hänge zu springen. Wir carven perfekt präparierte breite Boulevards hinunter, tanzen in einer Wolke aus Schneestaub über Buckelpisten und überlassen uns den großen, durch Schwerkraft angetriebenen Schwüngen, die man nur in weitem, offenen Gelände findet.

 

Anschließend finden wir außergewöhnliche Tacos, Ramen und Pho sowie Bowling und Thermalquellen, eine Flüsterkneipe, handgemachte Schokoladen und Craftbrauerein im Überfluss. Wir teilen Tische mit freundlichen Fremden in rockigen Après-Bars, lachen uns beim Nacht-Tubing schlapp, und haben eine sehr, sehr gute Zeit.
Irgendwo in einer Falte der Landschaft fahre ich auf einer wundervollen, schneegefluteten Gebirgskette ab und blicke dabei auf eine andere. Gleiten ist eigentlich der bessere Ausdruck, denn diese Berge wurden fürs Boarden und Skifahren gemacht. Überall um mich herum sind unzählige Gipfelblicke, schneebedeckte Wälder und gebirgige Höhen. Ich bin nicht ganz sicher, welcher Weg nach Norden oder Süden, Westen oder Osten führt, aber ich kann Dir genau sagen, wo Du ihn findest, denn es gibt nur einen möglichen Ort: Im Schnee, irgendwo in BC.

Titelbild: Revelstoke Mountain Resort | Andrew Strain

 

Skiing in BC

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Mehr Skifahren für weniger

Der große Trend im Skigeschäft sind saisonale Multi-Skigebiets- oder Verbundsskipässe, die es Skifahrern und Snowboardern erlauben, dem Schnee durch ganz Nordamerika (und teils sogar weltweit) zu folgen, und das zu einem Bruchteil der ortsüblichen Schalterpreise.

Fernie, Kicking Horse, Kimberley, Revelstoke, SilverStar, Sun Peaks, Whistler Blackcomb und Whitewater nehmen an dem einen oder anderen Programm teil, die von bilateralen Vereinbarungen hin zu saisonalen Multi-Skigebietspässen mit unbegrenzten Abfahrten reichen.

In vielen Fällen ist bereits nach nur vier bis sieben Tagen der Break-Even erreicht, d.h. an jedem weiteren Skitag fährst Du zu einem Bruchteil der Kosten des normalen Tagesskipasses. Die Crux: Diese Skipässe sind meist nur vor Start der Skisaison erhältlich.

Weitere Informationen findest Du hier: Epic Pass (beinhaltet Whistler Blackcomb, Fernie, Kicking Horse und Kimberley), Ikon Pass (inkl. Revelstoke), Mountain Collective (enthält Revelstoke), Powder Alliance (inkl. SilverStar und Whitewater), Power Pass (beinhaltet Panorama, aber mit Einschränkungen) und Sun Peaks reciprocal program.

Darüber hinaus bietet der Canadian Ski Council Preisnachlässe auf vorab gekaufte Bündel-Lifttickets, die viele Skigebiete in BC beinhaltetn.

In British Columbia findest Du 10 Gebirgsketten, 13 große Skiresorts—darunter das weltberühmte Whistler Blackcomb—und dazwischen kleinere Hausberge sowie unglaubliche Heli- und Cat-Skierlebnisse.

 

WRITTEN BY: Susan Reifer Ryan

Susan Reifer Ryan has always led a dual life while working as an editor and writer—half in Los Angeles, and half in the mountains. She began her journalism career in the early 1990s covering sports, culture, and information technology before breaking into national U.S. magazines penning Hollywood celebrity profiles, then shifting to coverage of travel, adventure, skiing, and mountain life. These days her writing spans a broad spectrum—but she remains one of North America’s leading authorities on smart ski-related travel around the globe, and is the executive editor of Modern Interest Media’s SkiTravelGo.com, a guide to experiencing the best of mountain destinations worldwide.

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