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Carmanah Walbran Provincial Park

(JF Bergeron photo)

Vancouver Island

Kultur & Geschichte

Um die Geschichte von Vancouver Island zu verstehen, muss man den Spuren der First Nations folgen, die hier vor über 8.000 Jahren siedelten.

Die meisten Gemeinden von Vancouver Island tragen dem reichen kulturellen Erbe der First Nations durch Ausstellungen, Artefakte und Informationstafeln in ihren Museen Rechnung. Geschäfte und Galerien stellen Totems, Schnitzereien und Kunstwerke regionaler First-Nations-Künstler aus.

Faszinierende First-Nations-Artefakte, die nahe dem heutigen Port Hardy gefunden wurden, können im Port Hardy Museum besichtigt werden. Die in Port Alberni gezeigten Ausstellungsstücke sind über 4.000 Jahre alt. Im Petroglyph Park in Nanaimo finden sich tausend Jahre alte Felszeichnungen (Petroglyphen) verschiedenster Figuren – darunter mystische Kreaturen ebenso wie Menschen.

Die Ankunft der Europäer

Als der britische Captain James Cook 1778 am Nootka Sound an Land ging, wurde der Handel mit den Nuu-chah-Nulth aufgenommen. Im gleichen Jahr errichtete der britische Pelzhändler John Meares gemeinsam mit einer Gruppe, der auch einige chinesische Arbeiter angehörten, ein Basiscamp am Nootka Sound.

Großbritannien teilte sich die Vorherrschaft über Vancouver Island eine Zeit lang mit Spanien, doch 1795 trat die spanische Krone ihre Ansprüche auf das Gebiet ab. Klangvolle Ortsbezeichnungen wie Quadra, Galiano und Malaspina erinnern noch heute an die Zeit der spanischen Besetzung Vancouver Islands. Die Besetzung durch das Vereinigte Königreich hatte jedoch sehr viel weitreichendere Auswirkungen.

1843 wurde Fort Victoria am südlichen Ende Vancouver Islands errichtet und nur sechs Jahre später, im Jahr 1849, wurde die gesamte Insel zu einer Britischen Kronkolonie erklärt. Doch erst der Goldrausch am Fraser River im Jahr 1858 veränderte die Region für immer. Menschen aus so entfernten Ländern wie China strömten hierher, um ihr Glück zu suchen. Praktisch über Nacht verwandelte sich das verschlafene Provinznest Fort Victoria in eine geschäftige, aufstrebende Stadt.

1866 schlossen sich Vancouver Island und British Columbia zu einer Kolonie zusammen, zu deren Hauptstadt zwei Jahre später Victoria ernannt wurde. 1871 wurde British Columbia zur sechsten Provinz des Herrschaftsgebietes Kanada (Dominion of Canada).

Bewahrung historischen Kulturguts und Anbindung ans Festland

Die Pazifische Flotte der Royal Navy hatte 1865 ihren Hauptsitz in Esquimalt Harbour, einer Gegend, in der auch heute noch das Volk der Esquimalt lebt. Heute befindet sich an der Stelle dieses ersten Verteidigungspostens ein kanadischer Marinestützpunkt. Einen umfassenden Überblick über die Militärgeschichte dieser Region erhalten Sie, wenn Sie Fort Rodd Hill und das Fisgard Lighthouse besuchen. Die beiden als National Historic Site (Denkmal von besonderer historischer Bedeutung) ausgewiesenen Gebäude befinden sich in Esquimalt Harbour.

Im Jahr 1886 wurde dem Lieutenant Governor eine Petition vorgelegt, die die Errichtung eines Museums zum Inhalt hatte, um die Geschichte Vancouver Islands zu bewahren. Das Ergebnis ist das heute weltberühmte Royal British Columbia Museum im Inner Harbour von Victoria. Das Museum beherbergt die umfangreichste Sammlung von Artefakten und Ausstellungsstücken der gesamten Provinz, die sich von prähistorischen Zeiten bis zur Gegenwart erstrecken.

Um die Jahrhundertwende wurde erstmals ein Fährdienst zwischen Vancouver Island und dem Festland eingesetzt. Die im Besitz der Provinz befindlichen BC Ferries hatten ihre Jungfernfahrten schließlich im Jahr 1960. Heute können Besucher sich einen Platz auf einer der Festland-Fähren sichern und auf einen Besuch der berühmten Butchart Gardens in Victoria vorbeikommen. Sehen Sie selbst, mit welchem Geschick Jennie Butchart den ehemaligen Steinbruch ihres Mannes Robert in einen traumhaften Garten verwandelt hat. Seit 1904 ist der Garten ein Magnet für Besucher aus aller Welt.