Wildtierbeobachtungen in BC: Wen oder was es im Frühling und Sommer zu sehen gibt

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Wilde Lebewesen können scheu sein; umso mehr spielt für die schönsten und beeindruckendsten Begegnungen das Timing eine wichtige Rolle. Wenn das Grün langsam durch den schmelzenden Schnee sprießt, kommen auch die Tiere aus ihrem Winterversteck hervor. Viele bringen dann Jungen zur Welt, und lassen so Frühling und Sommer zur tollsten Zeit für Wildtierbeobachtungen in BC werden. Das ist zugleich auch die spannendste Saison, was Walaktivitäten anbelangt.

Wichtig ist, dass Du ein paar Vorsichtsmaßnahmen befolgst. Die allgemeine Regel lautet, dass Du zu allen wilden Tieren einen Sicherheitsabstand von mindestens 30 Metern einhältst, und mindestens 100 Meter zu Raubtieren wie Bären. Füttern ist verboten! Um Dich auf einer sicheren und verantwortungsvollen Weise an Deiner Begegnung mit Meereslebewesen zu erfreuen, solltest Du diese Regeln beherzigen.

Halte Deine Kamera bereit! Hier verraten wir, wonach Du im Frühling und im Sommer Ausschau halten solltest.

Wale in der Nähe von Victoria auf Vancouver Island

An orca whale breaching off Vancouver Island

Ein auftauchender Orca an der Küste von Vancouver Island. Foto: Tourism Victoria

Nicht ohne Grund wurde Victoria vom Magazin Travel + Leisure als einer der besten Orte Nordamerikas für eine Walbeobachtung ausgezeichnet. Zwischen April/Mai und Oktober halten sich regelmäßig verschiedene Walarten in den hiesigen kalten Küstengewässern auf, wobei die Orcas, auch Killerwale genannt, die Stars sind. Du kannst aber ebenso Seelöwen, Weißkopfseeadler, verspielte Delfine, Schweinswale und Seehunde sehen.

Die beste Jahreszeit um Schulen von Orcas, die eigentlich große Delfine sind, zu sehen, ist der Sommer, wenn sie während der Lachswanderung zum Fressen an die Südspitze der Insel kommen. Zwischen Mai/Juni und September/Oktober lassen sich außerdem akrobatische Buckelwale und im März und April Grauwale auf ihrem Zug nach Alaska erblicken. Die kleinen Minkwale sind das ganze Jahr über in der Gegend.  

Dickhornschafe in Radium Hot Springs, Kootenay National Park

Bighorn sheep in Radium Hot Springs

Dickhornschafe in Radium Hot Springs. Foto: BigLines.com

Es ist schwer in Radium Hot Springs keine wilden Tiere zu sehen, wo Feuchtgebiet, Tal und Schlucht am Fuße der Rocky Mountains aufeinander treffen. Zu den permanenten Bewohnern der Gegend zählt eine Herde von 140 Dickhornschafen, die häufig durch die Stadt und um das Besucherzentrum herum trotten, vor allem zwischen März und Anfang Juni. Im Sommer ziehen Gruppen von Weibchen oder Männchen gemeinsam mit ihren Lämmern umher, und die beste Beobachtungszeit ist am frühen Morgen oder zur Abenddämmerung. Es kann gut passieren, dass Du einigen Exemplaren auf Deinem Weg zum Baden in den natürlichen Thermalquellen begegnest. Zu den weiteren “Tierchen”, die Du hier häufig zu Gesicht bekommst, gehören Hirsche, Wapitis, Weißkopfadler, Moorhühner und Scharen gackernder wilder Truthähne – wenn Du Glück hast, siehst Du die Männchen, wie sie sich mit ihrem Gefieder während der Paarungszeit im Frühling aufplustern – und flinke Bergziegen in höheren Lagen. Wenn Du die große Show sehen möchtest, musst Du im Herbst hierher reisen: Zur Brunftzeit der Schafe stoßen sich die kräftigen Böcke mit den Hörnern; und im November findet das Headbanger Festival mit Feiern, Workshops und Touren statt.

Bären im North Thompson Valley

Grizzlys und Schwarzbären fühlen sich in dem gemäßigten und fruchtbaren Tal North Thompson Valley, das von den Monashee Mountains eingerahmt wird, besonders wohl. Nicht von ungefähr trägt der Blue River den Spitznamen “Grizzlybären-Allee”. Am aktivsten sind die Tiere, wenn sie mit ihren Jungen aus dem winterlichen Schlaflager herauskommen, um sich die Bäuche mit Gras, Beeren, und Lachs vollzuschlagen: Im März und April sind es die Schwarzbären und im Mai die Grizzlys. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Dir Adler, Fischadler, Weißwedelhirsche und vielleicht sogar ein Elch über den Weg laufen. Discover Wells Gray bietet Wanderausflüge von unterschiedlicher Länge, die das einzigartige Ökosystem des Wells Gray Provincial Parks ins Blickfeld rücken. Bären sieht man auch häufig entlang der Straße im Park, wo sie wilden Spargel, Löwenzahnwurzel und Beeren fressen.

Bisons und Karibus im Norden British Columbias

A caribou cow with her calf along the Alaska Highway at Muncho Lake, in the Northern Rockies of British Columbia.

Eine Karibukuh mit Kalb am Alaska Highway am Muncho Lake, in den nördlichen Rocky Mountains von British Columbia. Foto: Andrew Strain

Der Norden British Columbias ist wild und voller Leben, auf dem Land, am Himmel, in den Flüssen, Seen und im Meer. In einigen entlegenen Teilen des Nordens kannst Du Karibus und Bisons direkt vom Highway aus erspähen, neben Elchen, Rotwild und sogar den scheuen wuscheligen weißen Bergziegen und Dall-Schafen.

Zu den weiteren Highlights gehören die Weißkopfseeadler, die Du in der Nähe von Prince Rupert und dem Skeena River im Sommer zu Hunderten sehen kannst, und – von einem Katamaran aus – die Grizzlybären an Prince Ruperts Küste, die im Schutzgebiet Khutzeymateen Sanctuary besonders häufig vorkommen.   

Schwarzbären und Murmeltiere in Whistler

Bear family on the north slope of Whistler Mountain

Bärenfamilie auf dem Whistler Mountain. Foto: Tourism Whistler/ Michael Allen

Etwa 60 Schwarzbären, darunter auch Mütter mit ihren Jungen, tauchen ab Mitte März nach ihrem langen Winterschlaf im Ski- und Mountainbike-Ort Whistler auf. Zwischen Mai und Oktober kannst Du an einer Allrad-  oder einer Foto Safari-Tour teilnehmen. Mach Dich darauf gefasst, zwischen Mitte Mai und Mitte Juli grasende Bärenfamilien zu bestaunen oder Männchen beim Umwerben des Weibchens. Im Juli und August kannst Du ihnen von der PEAK 2 PEAK Gondelbahn dabei zusehen, wie sie frische Beeren genießen.

Außerdem lassen sich im Frühling zahlreiche Bären rund um die Golfplätze und den Valley Trail bei ihrem Abendessen aus Stinkkohl antreffen, oder im Sommer entlang der Wander- und Mountainbike-Trails in den Bergen. Halte auch Ausschau nach Meisenhähern, die gerne mal eine ausgestreckte Hand eines Wanderers als Landefläche benutzen, oder nach den verspielten Backenhörnchen, Hirschen und den Maskottchen des Ortes, den pfeifenden Murmeltieren.

Titelbild: Orcas beim Auftauchen vor einer bewaldeten Uferlandschaft. Foto: Adrian Dorst