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Idaho Peak, Selkirk Mountains

(Dave Heath photo)

Kootenay Rockies

Kultur & Geschichte

Auf Wanderschaft über schroffes Gelände gelang der Ktunaxa First Nation die Erstbesiedlung der Kootenay Rockies. Ktunaxa ist der traditionelle Name für „Kootenay“. Wahrscheinlich hat sich dieser Name von „Quthni“ abgeleitet, was in der Sprache der Ktunaxa soviel wie „auf dem Wasser reisen“ bedeutet.

Auf ihren Wanderungen mit den Jahreszeiten haben die Ktunaxa gut davon gelebt, die Gaben der Natur zu ernten, die Flüsse zu befahren und Handel zu treiben. Tausende von Jahren vor der Besiedlung durch die Europäer zogen die Ktunaxa First Nations durch das Gebiet und schlugen in der Nähe der Stelle, die später als Fort Steel bekannt wurde, ihre Lager auf.

Die Ankunft der Europäer

Mit den ersten Funden von Gold, Silber und anderen Edelmetallen kamen im späten 19. Jahrhundert Glücksritter in diese Region. Der Fährmann John Galbraith, der 1864 zur Zeit des Goldrauschs Minenarbeiter, Händler und Siedler über den Kootenay River zum Wild Horse Creek beförderte, war eine treibende Kraft hinter dem Aufbau der kleinen Ortschaft Galbraith’s Ferry.

Es kam zu immer stärkeren Spannungen zwischen den europäischen und chinesischen Siedlern auf der einen und den ansässigen Ktunaxa auf der anderen Seite. Superintendent Sam Steele von der North-West Mounted Police half dabei, zwischen den Ktunaxa und den späteren Siedlern einen Friedensplan auszuhandeln. Im Jahre 1888 wurde die Siedlung Galbraith zu seinen Ehren auf den Namen Fort Steele getauft.

Als dann Gold in großen Mengen gefördert wurde, kamen viele zu Reichtum. Doch nachdem das meiste Gold abgebaut war, zogen die Goldsucher weiter. Im Jahr 1882 wohnte nur noch eine Handvoll Europäer im ausgedehnten East Kootenay District.

An das Erbe der Goldsucher und Pioniere erinnern die faszinierenden Geisterstädte, die man heute noch im Slocan Valley findet.

Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart

Vor allem der Bau der Eisenbahnstrecke brachte die wachsenden Gemeinden in dieser Region zusammen. Der Ausbau begann mit einem jungen Geografen, der den Columbia River heraufkam.

Im Jahre 1811 kartierte dieser Forscher und Geograf namens David Thompson das Columbia Valley für die Ausdehnung der Besiedlung nach Westen. Menschen, die in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts auf dem heimtückischen Columbia River westwärts reisten, rasteten an „Big Eddy“, einem Strudel (Eddy), der das Ufer ausgehöhlt hatte. Später wurde an genau dieser Stelle Revelstoke errichtet. Im Big Bend Gold Rush Mitte der 1860er Jahre siedelten sich Goldsucher am Ufer an.

Als für die Canadian Pacific Railway (CPR) die Route nach Westen festgelegt war, wurde das Gebiet als „Second Crossing“ bekannt. In den späten 1880er Jahren wurde das Gebiet zu Ehren von Lord Revelstoke, dem Leiter der britischen Bank, die der CPR während des Baus der transkontinentalen Bahnlinie aus einer finanziellen Krise half, Revelstoke genannt.

Die Strecke durch Crownsnest Pass im Süden von British Columbia wurde 1898 fertiggestellt. Diese viel befahrene Bahnlinie verband weite Teile des südlichen Alberta und des südwestlichen British Columbia mit den sich entwickelnden Ballungszentren im Westen Kanadas und dem Norden der Vereinigten Staaten.

Bei dem Versuch, Land und Wasser zu überbrücken, wurde der Raddampfer S.S. Moyie von der Canadian Pacific Railway für eine geplante „All Canadian Route“ nach Klondike angefordert. Als 1898 der Gesetzentwurf über das wichtigste Verbindungsstück vom kanadischen Senat abgelehnt wurde, transportierte die Canadian Pacific Railway den Moyie auf dem Schienenweg nach Nelson, um ihn auf dem Kootenay Lake in Betrieb zu nehmen. Im Jahr 1957 wurde er außer Dienst gestellt. Sie können den Raddampfer S.S. Moyie, einen der besterhaltenen Passagierdampfer Nordamerikas, in Kaslo am Ufer des Kootenay Lake besichtigen.

Von der Natur inspirierter Einfallsreichtum

Die vier atemberaubenden Nationalparks der Region Kootenay – Mount Revelstoke, Glacier, Yoho und Kootenay – bieten beste Beispiele für direkt nebeneinander gelegenen menschlichen Einfallsreichtum und Erbe der Natur.

Besuchen Sie den Yoho National Park und schauen Sie sich die berühmten Spiral Tunnels an, die 1909 für die Eisenbahnlinie durch die scheinbar undurchdringlichen Rocky Mountains geschlagen wurden. Der Trans Canada Highway folgt heute noch einigen Abschnitten der Originalstrecke.

Der Reichtum an heißen Quellen wie den Radium Hot Springs im Kootenay National Park ist auch der Grund für die Entwicklung einiger Erholungsorte in den Kootenay Rockies.